Bart wachsen lassen: So gelingt Ihr erster Vollbart

Sie möchten sich einen Bart wachsen lassen, wissen aber nicht, wie Sie die ersten Wochen überstehen? Keine Sorge: Fast jeder Mann zweifelt irgendwann, ob es sich lohnt. Mit etwas Geduld, der richtigen Pflege und ein paar Tricks wird aus den ersten Stoppeln ein Bart, der gepflegt aussieht. Hier erfahren Sie, was in welcher Phase passiert und wie Sie Ihren Bart Schritt für Schritt in Form bringen.

Bevor Sie anfangen: Geduld ist alles

Der wichtigste Tipp zuerst: Lassen Sie den Bart mindestens vier bis sechs Wochen in Ruhe wachsen, bevor Sie über die endgültige Form entscheiden. Viele Männer greifen zu früh zum Trimmer, weil der Bart in den ersten Wochen ungleichmäßig wirkt. Einzelne Haare wachsen schneller als andere, manche Stellen bleiben zunächst lichter. Das ist normal. Erst wenn alle Haare etwas Länge haben, sehen Sie, wie dicht Ihr Bart wirklich ist.

Wie schnell und wie dicht ein Bart wächst, ist vor allem genetisch bedingt. Im Durchschnitt wachsen Barthaare etwa einen Zentimeter pro Monat. Ein Produkt, das den Bart nachweislich schneller wachsen lässt, gibt es nicht. Was Sie beeinflussen können, ist, wie gepflegt Ihr Bart in jeder Phase aussieht.

Was den Bartwuchs beeinflusst

Ob ein Bart dicht wächst oder eher licht bleibt, hängt in erster Linie von der Veranlagung ab. Ein Blick auf Vater und Großvater gibt oft einen guten Hinweis darauf, was Sie erwarten können. Auch das Alter spielt eine Rolle: Bei vielen Männern wird der Bart bis Ende zwanzig, teilweise sogar bis Anfang dreißig, noch spürbar voller. Wer mit zwanzig einen lückenhaften Bart hat, sollte es deshalb einige Jahre später ruhig noch einmal versuchen.

Was Sie selbst tun können, ist überschaubar, aber wirksam für das Erscheinungsbild: Wer seinen Bart regelmäßig wäscht, ölt und bürstet, sorgt dafür, dass die Haare geschmeidig bleiben, sich ordentlich legen und dadurch voller wirken. Ein ungepflegter Bart dagegen wirkt schnell struppig, selbst wenn er objektiv genauso dicht ist.

Die Phasen beim Bart wachsen lassen

Woche 1 bis 2: Der Dreitagebart

Die ersten Tage sind vergleichsweise einfach, denn der Bart wirkt zunächst wie ein gepflegter Dreitagebart, der im Alltag kaum auffällt. Rasieren Sie in dieser Zeit nichts weg, auch nicht an Wangen oder Hals. Halten Sie lediglich die Haut sauber und waschen Sie das Gesicht morgens und abends mit warmem Wasser.

Woche 2 bis 4: Die kritische Phase

In dieser Phase geben die meisten Männer auf, weil die Haare zwar lang genug sind, um in alle Richtungen abzustehen, aber noch zu kurz, um sich von selbst ordentlich zu legen. Viele Männer empfinden die Haut unter dem Bart in dieser Zeit als trocken und spürbar gespannt. Genau hier hilft Pflege: Ein paar Tropfen Bartöl machen die Haare weicher und pflegen die Haut darunter. Bürsten Sie den Bart einmal täglich, damit sich die Haare in eine Richtung legen.

Woche 4 bis 8: Die Form entsteht

Nach etwa einem Monat zeigt sich, wie Ihr Bart wächst und welche Form zu Ihrem Gesicht passt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen ersten, vorsichtigen Schnitt. Legen Sie die Halslinie fest, etwa zwei Finger breit über dem Adamsapfel, und ziehen Sie die Wangenlinie nach. Am Kinn und an den Seiten lassen Sie die Länge zunächst stehen.

Ab Monat 2: Der Vollbart

Nach zwei bis drei Monaten haben Sie einen richtigen Vollbart. Ab jetzt geht es darum, ihn regelmäßig zu pflegen und in Form zu halten. Trimmen Sie alle zwei bis vier Wochen die Konturen und kürzen Sie einzelne Haare, die aus der Form wachsen. Wie das genau geht, zeigt unsere Anleitung Bart trimmen.

Bartpflege von Anfang an

Ein Bart sieht nur dann wirklich gut aus, wenn er von Beginn an konsequent gepflegt wird, und das gilt ausdrücklich bereits für die ersten Wochen. Eine einfache Routine reicht:

  1. Waschen: Zwei- bis dreimal pro Woche mit einem milden Bartshampoo wie dem Proraso Beard Shampoo. An den anderen Tagen genügt lauwarmes Wasser. Warum normales Shampoo oft nicht ideal ist, lesen Sie in unserem Beitrag zum Bartshampoo.
  2. Ölen: Zwei bis vier Tropfen Bartöl in den Handflächen verreiben und in den leicht feuchten Bart einmassieren. Beliebt sind das Proraso Beard Oil und das Dick Johnson's Snake Oil.
  3. Bürsten: Eine Bartbürste mit Naturborsten verteilt das Öl und richtet die Haare aus. Die Zwickmeister Bartbürste aus Birnbaum hat reine Wildschweinborsten und passt in jede Kulturtasche.
  4. Stylen: Sobald der Bart länger wird, gibt ein Bartbalsam wie der Proraso Beard Balm leichten Halt und bändigt abstehende Haare.

Alle Produkte für die tägliche Routine finden Sie in unserer Kategorie Bartpflege.

Die richtige Form für Ihr Gesicht

Nicht jeder Bart passt zu jedem Gesicht. Als grobe Orientierung gilt:

  • Rundes Gesicht: Kürzer an den Wangen, etwas mehr Länge am Kinn. Das streckt das Gesicht optisch.
  • Eckiges Gesicht: Ein runder, gleichmäßig gestutzter Vollbart macht die Konturen weicher.
  • Langes, schmales Gesicht: Mehr Fülle an den Seiten, am Kinn eher kürzer halten.
  • Ovales Gesicht: Hier passt fast jede Form, vom kurzen Vollbart bis zum langen Bart.

Lichte Stellen und ungleichmäßiger Wuchs

Bei vielen Männern wächst der Bart an den Wangen deutlich dünner als am Kinn und an der Oberlippe, was jedoch keineswegs ein Grund ist, das Projekt Vollbart vorzeitig aufzugeben. Oft schließen sich lichte Stellen, wenn die umliegenden Haare länger werden und sich darüberlegen. Eine Bartbürste hilft, die Haare gezielt in diese Richtung zu legen. Wenn die Lücken auch nach drei Monaten bleiben, wirkt ein kürzerer, gleichmäßig getrimmter Bart meist dichter als ein langer.

Konturen sauber halten

Ein Bart wirkt erst dann gepflegt, wenn die Ränder klar sind. Für saubere Linien an Wangen und Hals eignet sich ein Rasierhobel oder, für besonders präzise Kanten, eine Shavette. Schäumen Sie nur den Bereich außerhalb der gewünschten Linie ein und rasieren Sie von der Bartkante weg.

Häufige Fehler

  • Zu früh trimmen: Wer in den ersten Wochen an der Form arbeitet, nimmt meist zu viel weg.
  • Halslinie zu hoch: Eine zu hoch angesetzte Linie lässt das Kinn kleiner wirken. Orientieren Sie sich am Adamsapfel.
  • Keine Pflege: Ohne Bartöl und Bürste wirken Barthaare schnell strohig und stehen ab.
  • Zu oft waschen: Tägliches Shampoonieren kann Bart und Haut austrocknen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Vollbart wachsen zu lassen?

Je nach individuellem Wuchs dauert es zwei bis drei Monate, wobei die ersten vier Wochen erfahrungsgemäß die schwierigste Phase darstellen.

Kann ich meinen Bart schneller wachsen lassen?

Nein. Das Wachstum ist vor allem genetisch bedingt. Bartöl pflegt das vorhandene Haar und die Haut, macht den Bart aber nicht schneller. Ein gepflegter Bart wirkt jedoch oft dichter.

Wann sollte ich den Bart zum ersten Mal trimmen?

Frühestens nach vier Wochen. Beginnen Sie mit Hals- und Wangenlinie und lassen Sie die Länge zunächst stehen.

Wie viel Bartöl brauche ich?

Für einen kurzen Bart reichen zwei bis drei Tropfen, für einen Vollbart vier bis sechs. Tragen Sie lieber wenig auf und ergänzen Sie bei Bedarf.