Nassrasur Anleitung: So rasieren Sie sich richtig

Wie rasiert man sich richtig? Die klassische Nassrasur ist keine Wissenschaft, aber ein paar Grundregeln machen den Unterschied zwischen gereizter Haut und einer glatten, angenehmen Rasur. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie die Nassrasur gelingt, welches Werkzeug Sie brauchen und welche Fehler Sie vermeiden sollten. Die Tipps gelten für Rasierhobel, Rasiermesser und Shavette gleichermaßen.

Was Sie für die Nassrasur brauchen

  • Einen Rasierer: Für Einsteiger empfehlen wir einen Rasierhobel mit geschlossenem Kamm. Wer mehr Übung hat, greift zum Rasiermesser oder zur Shavette.
  • Scharfe Klingen: Stumpfe Klingen ziehen an den Haaren und reizen die Haut. Welche Klinge zu Ihnen passt, erfahren Sie in unserem Ratgeber Die besten Rasierklingen.
  • Rasierseife oder Rasiercreme: Sie ergeben einen dichteren Schaum als Rasierschaum oder Gel aus der Dose. Mehr dazu in unserem Rasierseifen-Guide.
  • Einen Rasierpinsel: Ein Rasierpinsel schlägt den Schaum auf und stellt die Barthaare auf.
  • Pflege für danach: Ein After Shave oder Balsam und bei Bedarf ein Alaunstein für kleine Schnitte.

Nassrasur: Anleitung in sieben Schritten

1. Gesicht vorbereiten

Reinigen Sie Ihr Gesicht gründlich mit warmem Wasser. Am besten rasieren Sie direkt nach dem Duschen, denn die Wärme macht die Barthaare weich. Alternativ legen Sie ein warmes, feuchtes Handtuch für ein bis zwei Minuten auf das Gesicht. Wer möchte, trägt zusätzlich ein Produkt aus der Kategorie Pre Shave auf.

2. Schaum aufschlagen

Weichen Sie den Rasierpinsel kurz in warmem Wasser ein, schütteln Sie ihn leicht aus und laden Sie ihn mit kreisenden Bewegungen auf der Rasierseife. Schlagen Sie den Schaum in einer Schale oder direkt im Gesicht auf, bis er cremig glänzt.

3. Einschäumen

Tragen Sie den Schaum mit kreisenden Bewegungen auf. So stellen sich die Barthaare auf. Zum Schluss streichen Sie den Schaum in Wuchsrichtung glatt.

4. Der richtige Winkel

Beim Rasierhobel setzen Sie den Griff fast waagerecht an und senken ihn langsam, bis die Klinge das Haar erfasst. Das sind etwa 30 Grad. Beim Rasiermesser liegt der Winkel deutlich flacher. Spannen Sie die Haut mit der freien Hand.

5. Mit dem Strich rasieren

Rasieren Sie im ersten Durchgang immer in Wuchsrichtung, in kurzen Zügen und ohne Druck. Spülen Sie die Klinge regelmäßig unter fließendem Wasser aus. Wichtig: Die Wuchsrichtung ist nicht überall gleich. Am Hals wachsen die Haare oft nach oben oder seitlich.

6. Zweiter Durchgang

Für eine besonders glatte Rasur schäumen Sie erneut ein und rasieren quer zur Wuchsrichtung. Gegen den Strich rasieren Sie nur, wenn Ihre Haut das gut verträgt.

7. Abspülen und pflegen

Spülen Sie Schaumreste mit kaltem Wasser ab und tupfen Sie das Gesicht mit einem sauberen Handtuch trocken. Tragen Sie anschließend ein After Shave oder einen Balsam auf. Kleine Schnitte stillt ein Alaunstein.

Die häufigsten Fehler bei der Nassrasur

  • Zu viel Druck: Der Rasierer soll gleiten. Druck führt zu Schnitten und gereizter Haut.
  • Stumpfe Klingen: Wechseln Sie die Klinge, sobald sie zieht.
  • Zu wenig Schaum: Ohne Schaum fehlt der Schutz zwischen Klinge und Haut.
  • Zu schnell: Nehmen Sie sich gerade am Anfang Zeit.
  • Keine Pflege: Frisch rasierte Haut braucht Feuchtigkeit.

Wenn Ihre Haut nach der Rasur trotzdem zu Rötungen neigt, finden Sie weitere Tipps in unserem Ratgeber Rasierpickel vermeiden.

Weitere Tipps für die Nassrasur

Kaltes Wasser zum Schluss: Viele schwören darauf, das Gesicht nach der Rasur kalt abzuspülen. Entgegen einem verbreiteten Mythos schließt kaltes Wasser die Poren zwar nicht, es erfrischt aber angenehm und spült die letzten Schaumreste ab.

Peeling vor der Rasur: Ein- bis zweimal pro Woche kann ein mildes Gesichtspeeling sinnvoll sein. Es entfernt abgestorbene Hautschüppchen, sodass die Klinge leichter gleitet. Direkt vor der Rasur sollten Sie bei empfindlicher Haut allerdings darauf verzichten.

Den Pinsel gründlich reinigen: Seifenreste im Pinsel machen den Schaum mit der Zeit schlechter. Spülen Sie den Pinsel nach jeder Rasur gründlich aus und waschen Sie ihn etwa einmal im Monat mit etwas mildem Shampoo.

Zeit nehmen: Eine gute Nassrasur dauert anfangs zehn bis fünfzehn Minuten. Mit etwas Übung werden Sie schneller, ohne an Gründlichkeit zu verlieren.

Pflege des Werkzeugs

Spülen Sie Rasierer und Pinsel nach jeder Rasur gründlich aus und lassen Sie beides an der Luft trocknen. Ein Halter aus dem Rasierzubehör sorgt dafür, dass Wasser abläuft. Wer ein Rasiermesser nutzt, zieht es vor jeder Rasur auf dem Lederriemen ab. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber Rasiermesser schärfen und abziehen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man sich nass rasieren?

Das hängt vom Bartwuchs ab. Viele Männer rasieren sich täglich, wer empfindliche Haut hat, gönnt ihr einen Tag Pause zwischen den Rasuren.

Rasierschaum oder Gel?

Beides funktioniert. Ein mit dem Pinsel aufgeschlagener Schaum aus Rasierseife oder Rasiercreme ist meist dichter und schützt die Haut besser.

Mit oder gegen den Strich rasieren?

Immer zuerst mit dem Strich. Gegen den Strich nur bei robuster Haut und nach einem Durchgang quer zur Wuchsrichtung.

Ist die Nassrasur für Anfänger geeignet?

Ja. Mit einem Rasierhobel mit geschlossenem Kamm gelingt der Einstieg meist schon nach wenigen Rasuren.